Eigenheim – Kaufen statt mieten

Mit der Frage, ob man eine Immobilie kaufen oder lieber nur mieten soll, beschäftigen sich viele Menschen. Und gerade in der aktuellen Zeit, wo die Zinsen für langfristige Immobilienfinanzierungen so extrem günstig sind, wird diesem Thema noch mehr Zeit gewidmet.

Es gibt auf diese Frage auch keine richtige oder falsche Antwort. Vielmehr hängt die Entscheidung in erster Linie davon ab, wie die persönlichen Lebensumstände sind.

Für den Kauf einer Immobilie spricht in erster Linie die Tatsache, dass damit Vermögen aufgebaut und somit eine relativ sichere Wertanlage für die Zukunft getätigt werden kann.

Vor allen Dingen muss man feststellen, dass es in Deutschland seit 2010 keinen signifikanten Vermögenszuwachs gegeben hat. Und dies betrifft in Deutschland vor allen Dingen zwei Gruppen: zum Einen die Mieter und zum Anderen die Menschen ohne Wertpapierbesitz.

Zwar würden gemäß einer Studie des Marktforschungsinstitutes Forsa gerne 81% der Deutschen im Eigenheim leben, allerdings sieht die Realität deutlich anders auch.

Denn in Deutschland wohnen aktuell nur 44% der Bundesbürger in den eigenen 4 Wänden – das ist die niedrigste Quote in Europa. Und auch nur diese Gruppe ( und die 9 Millionen Bundesbürger mit Aktien(fonds)besitz ) hat in den letzten Jahren einen Vermögenszuwachs durch die gestiegenen Immobilienpreise zu verzeichnen.

Sinnvoll ist der Erwerb in erster Linie, wenn die Lebensplanung vorsieht, mindestens 10 Jahre am selben Ort zu bleiben und man in der Umgebung einen relativ sicheren Arbeitsplatz hat.

Wer aber beruflich flexibel sein möchte oder muss und dementsprechend Wert auf Unabhängigkeit legt, für den ist die Mietwohnung vermutlich eher die bessere Alternative. Denn diese kann bei Bedarf gekündigt werden, um einem möglichen Traumjob hinterherziehen.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit ein Eigenheim verkaufen, aber dabei muss bedacht werden, dass beim Kauf in der Regel ca. 12 % an Nebenkosten gezahlt werden müssen (6,5% Grunderwerbsteuer in NRW, ca. 2% Notar- und Gerichtskosten und ca. 3,57% Maklercourtage).

Und es ist durchaus fraglich, ob beispielsweise eine vor 2 Jahre erworbene Immobilie heute so stark im Preis gestiegen ist, dass die bezahlten Nebenkosten nicht vollständig verloren sind.

Außerdem ist eine Immobilie meist finanziert und wenn innerhalb der Zinsbindung das Darlehen durch Verkauf der Immobilie außerplanmäßig zurückgezahlt wird, vereinnahmt die Bank eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung.

Mit einem Eigenheim kann der notwendige Platz für meine Familie geschaffen werden und es gibt bei der Gestaltung erhebliche Freiräume. Auch ein hohes Maß an Sicherheit hat der Eigentümer der Immobilie, denn niemand kann ihn aus der Wohnung werfen.

Ein weiterer Punkt ist relativ hohe Berechenbarkeit der Kosten. Während der mit der Bank vereinbarten Zinsbindung ist die  monatliche Rate fix und somit über Jahre planbar. Dies ist bei einer Miete deutlich anders. Denn trotz der seitens der Politik eingeführten Mietpreisbremse werden gerade in den Ballungszentren viele Mieter aus der Stadt in die Randgebiete gedrängt, weil sie die steigenden Mieten nicht mehr bezahlen können.

Eine zusätzliche finanzielle Belastung haben Immobilieneigentümer aber, denn sie müssen Geld für Instandhaltungen zurücklegen. Als Faustformel gelten hier 50 Cent pro qm-Wohnfläche pro Monat.

Wenn man sein Eigenheim aber in Schuss hält und verkauft, wenn die Kinder aus dem Haus sind und der Garten dann zu groß wird, kann man sich von dem Gewinn in der Regel einen schönen Lebensabend  machen.