Die Familiengesellschaft als Instrument der Vermögensverwaltung

Eine Familiengesellschaft, häufig auch Familienpool genannt, gewinnt in Deutschland immer mehr an Bedeutung.

Warum gibt es Familiengesellschaften überhaupt und welche Formen gibt es?

Die Antwort auf den ersten Teil der Frage ist relativ einfach: Familiengesellschaften werden gegründet, um das Vermögen der Familie als Ganzes zu schützen und Zersplitterung des Vermögens zu verhindern.

Denn die Errichtung einer solchen Gesellschaft ist auf das langfristige Halten und Verwalten des Vermögens ausgerichtet.

Aber welches Vermögen ist überhaupt gemeint?

In eine solche Familiengesellschaft können sowohl Immobilien und Grundbesitz, Privatvermögen und Unternehmensbeteiligungen eingebracht werden.

In der Regel werden solche Gesellschaften im Zusammenhang mit der Planung der Vermögensnachfolge errichtet. Denn mit einer solchen Konstruktion kann das Familienvermögen über Generationen hinweg erhalten bleiben.

Die Familiengesellschaft kann auch steuerlich vorteilhaft sein, denn die erzielten Erträge und auch die Wertzuwächse können auf mehrere Personen verlagert werden. Hier liegt das besondere Augenmerk auf den eigenen Kindern, denn diese werden am Vermögen beteiligt.

Wichtig ist  aber, dass die Eltern sich durch entsprechende Möglichkeiten des Gesellschaftsvertrages den Einfluss in der Gesellschaft weitgehend vorbehalten können.

Dies funktioniert auch dann, wenn die Eltern aus rein steuerlichen Gründen keine Mehrheit der Anteile mehr besitzen, aber z.B. als Geschäftsführer allein für die Verwaltung des Vermögens verantwortlich sind.

Ein entscheidender Unterschied zu einer Erbengemeinschaft ist, dass es bei der Erbengemeinschaft um die Auflösung und quotale Verteilung des Vermögens auf die Erben geht.

Durch das Konstrukt der Familiengesellschaft besteht auch die Möglichkeit, Erbschaft- und Schenkungssteuern zu optimieren. Denn es gibt auch hier die Möglichkeit, in dem bekannten Rhythmus von 10 Jahren Anteile an der Familiengesellschaft zu übertragen und dadurch die Schenkungsfreibeträge zu nutzen.

Besonders wichtig ist es, einen guten und in diesem Bereich versierten Steuerberater an seiner Seite zu haben, der vor Fehlern schützt und umfangreich berät.

Die Frage der Rechtsform ist ebenfalls von entscheidender Bedeutung.

Ein Blick in die Praxis zeigt, dass es viele unterschiedliche Modelle gibt. Die Bandbreite reicht von der vermögensverwaltenden GbR bis hin zur Immobilien-GmbH.

Die Gründe für die eine oder andere Rechtsformwahl sind sehr vielschichtig.

Eine Personengesellschaft erscheint immer dann als sinnvolle Rechtsform, wenn die Vermögensverwaltung in der Familie im Mittelpunkt steht mit dem besonderen Fokus auf der Verwaltung der Immobilien im steuerlichen Privatvermögen. Sowohl die GbR als auch die KG sind hier die relevanten Rechtsformen. Im Unterschied zur GbR, wo alle Gesellschafter vollumfänglich für die Schulden der Gesellschaft mit ihrem Privatvermögen haften, gilt dies bei der KG nur für den Komplementär. Allerdings gibt es bei der KG einen weiteren, haftungsbeschränkten Gesellschaftstypen: den Kommanditisten.

Und obwohl die KG nach den Regeln des HGB eine Handelsgesellschaft ist, verbleiben die Immobilien wie bereits erwähnt im steuerlichen Privatvermögen. Dies hat den großen Vorteil, dass bei einem Immobilienverkauf nach einer Haltedauer von mehr als 10 Jahren keine Einkommensteuer anfällt.

Eine gewerbliche geprägte Familiengesellschaft wie z.B. eine GmbH & Co.KG hingegen sollte gewählt werden, wenn das Ziel verfolgt wird, steuerlich vorteilhaft Privatvermögen in Betriebsvermögen zu verwandeln. Mit dieser Konstruktion wird in der Regel das Ziel verfolgt, die bestehenden Steuervergünstigungen bei der Übertragung von Betriebsvermögen zu nutzen.